Hansjörg-Martin-Preis

Kinder- und Jugendkrimipreis des SYNDIKAT

Die Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, das SYNDIKAT, verleiht alljährlich auf der Preisverleihungs-Gala »Tango Criminale« den Hansjörg-Martin-Preis für den besten Kinder- oder Jugendkrimi des Jahres.
Er ist mit 2.500 Euro dotiert und wird von einer Jury vergeben, in der Autoren sowie Kinder und Jugendliche mitwirken.

»Tango Criminale« 2011 in Möchengladbach

Den Hansjörg-Martin-Preis 2011 erhielt Silke Lambeck (ganz links auf dem Foto) für »Die Wilde Farm«.
Der UNDERGROUND Junior-Detektiv-Klub gratuliert der Preisträgerin ganz herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.

Silke Lambeck – Die Wilde Farm

Der zehnjährige David hat eigentlich keine Lust, die Ferien auf dem Bauernhof seiner Tante zu verbringen. Aber dann trifft er Marie und die beiden erleben das Abenteuer ihres Lebens. Ein falscher Polizist, verschwundenes Diebesgut, ein wertvolles Smaragdkreuz, eine verlassene Farm und jede Menge Tiere. Kater und Hund, Hühner und Schweine, sie beobachten alles, wissen mehr als die Kinder und erleben ihren ganz eigenen Krimi.
Die Perspektivwechsel von Mensch zu Tier geben dem Buch eine ungewöhnliche, ganz eigene Note. Mit viel Wärme und Herzblut erzählt Silke Lambeck eine spannende Geschichte für kleine Leute. (Bloomsbury)

Außerdem nominiert waren:

Anja Fröhlich – Benni, ich und der Fall Tuckermann

Als sein einziger Freund aus dem Waisenhaus adoptiert wird, bricht Tills Welt zusammen. Mit dem Mut der Verzweiflung gelingt es ihm, von einer Familie in Bennis Nähe aufgenommen zu werden. Da ist es ihm fast schon egal, dass seine Adoptiveltern etwas eigenartig sind und ein Bestattungsunternehmen betreiben. Aber dann will Benni nichts mehr von Till wissen, eine missgünstige Klassenkameradin macht ihm das Leben schwer – und plötzlich liegt in der Sargwerkstatt eine Leiche, mit der etwas nicht stimmt.
»Benni, ich und der Fall Tuckermann« von Anja Fröhlich ist ein rabenschwarzer, außergewöhnlicher Kinderkrimi in der Tradition des »Roman noir«, in dem Witz und Melancholie sich auf bewundernswerte Weise die Waage halten. (Klopp)

Agnes Hammer – Dorfbeben

»Seelentaubheit« nennt Mattes das Phänomen, dass er gegen seinen Willen jedes noch so kleine Geräusch überdeutlich wahrnimmt. Deshalb ist er aus dem lärmenden Köln zu seiner Oma in das scheinbar verschlafene Auroth gezogen. Doch dort wühlt der brutale Mord an dem alten Jakob Bähner tief unter der spiegelglatten Oberfläche des Dorfidylls viele verdrängte Erinnerungen auf und eine seltsame Geschichte aus den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges drängt mit Macht ans Tageslicht …
Agnes Hammer mischt dramatische Thrills mit feinsinnigen Alltagsbeobachtungen und erzählt wunderbar beiläufig eine einfühlsame Geschichte vom Leben, Lieben und Erwachsenwerden. (script5)

Irma Krauss – Glücksgift

Die Leiche liegt in keinem Wald. In keinem Bett. In keinem Hinterhof. Viele Orte, an denen sie nicht liegt, diese Leiche. Doch der Mann, der sich am Ende eines langen Tages auf einen letzten nächtlichen Gang durch sein Hotel begibt, wird sie unerwartet finden. Umgeben von vierzehn Geschenken, die an eine große Liebe erinnern.
Irma Krauss erzählt klug und einfühlsam von Bravo und Amanda. Von der Sehnsucht nach Vollkommenheit und der Vergeblichkeit dieses Strebens. Von der Inszenierung einer Liebe, die zur Inszenierung eines Todes führt. (cbt)

Ursula Poznanski – Erebos

An einer Londoner Schule kursiert das faszinierende Computerspiel Erebos, welches die Schüler reihenweise süchtig macht. Auch Nick kann weder schlafen noch essen und vernachlässigt seine Freunde, seine Familie, die Schule. Schon bald beginnt Erebos in die Realität einzugreifen und die Grenzen zwischen wirklicher und virtueller Welt lösen sich auf. Als Nicks Freund Opfer eines Unfalls wird und weitere Kritiker des Spiels ausgeschaltet werden sollen, beginnt Nick sich gegen die Autorität von Erebos zu stellen - damit macht er sich einen mächtigen Feind.
Ursula Poznanski ist es gelungen, mit ihrem packenden Thriller eine Sogwirkung zu erzeugen, die der eines Computerspiels in nichts nachsteht, sie vielleicht sogar übertrifft. (Loewe)

Der Preis soll an Hansjörg Martin erinnern, der am 11. März 1999 verstorben ist. Hansjörg Martin, Träger des Bundesverdienstkreuzes, war einer der bekanntesten deutschen Kriminalschriftsteller und SYNDIKAT-Mitglied der ersten Stunde. Neben seinen bekannten Erwachsenenromanen hat er viele Kinder- und Jugendbücher geschrieben (u.a. »Die Sache im Stadtpark«, »Überfall am Okeechobee«). Insgesamt waren es mehr als 90 Titel, von denen einige in 16 Sprachen übersetzt und verfilmt wurden.

Für den Hansjörg-Martin-Preis 2011 konnten deutschsprachige Kinder- und Jugendkriminalromane eingereicht werden, die im Jahr 2010 erstmals erschienen sind (Originalausgaben).
Es wurden 64 Titel bei der Jury eingereicht. Die Jury bestand aus: Robert Brack, Carmen Korn, Christian Linker, Sandra Lüpkes und der Jugendjury Lina Neuber, Julie Lüpkes, Jan Lukas, Dario Bremken und Franziska Perez Mengual.

Martin-Einsendungen 2010

  • 1. Baumann, Franz-David, Flemming, Henk – Die Pecorinos, terzio
  • 2. Beck, Marc – Museumsmeute Köln, Den Entführern auf der Spur, Dix
  • 3. Bella Q/Johanne Bellersen – Die Allerbande, Das geheime Labor, essencia Verlag
  • 4. Bielenstein, Daniel – Jordan, Die Jagd, Arena
  • 5. Blazon, Nina – Schattenauge, Ravensburger
  • 6. Bliefert, Ulrike – Elfengrab, Thienemann
  • 7. Christiansen, Mathias – PillePalle und die geklauten Kronjuwelen, Gerth Medien
  • 8. Degener, Volker W. – Scheiße, der will Amok laufen, Verlag an der Ruhr
  • 9. Dempf, Peter – Das Haus der Dämonen, cbt
  • 10. Ebbert, Birgit – Ein neuer Fall für die Kletten, Helmut Lingen Verlag
  • 11. Engelmann, Gabriella – Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid, Arena
  • 12. Eschbach, Andreas – Black Out, Arena
  • 13. Fehér, Christine – Dornenliebe, cbt
  • 14. Fiedler, Regine – Die Deichbande, Geheimnisse im Rattenhaus, KBV
  • 15. Fritsche, Olaf – Ein Feind ist nicht genug, Dressler
  • 16. Fröhlich, Anja – Benni, ich und der Fall Tuckermann, Klopp
  • 17. Fuchs, Thomas – Die Unschlagbaren, Echter Schatz und falsche Schlange, Arena
  • 18. Gabathuler, Alice – Freerunning, Thienemann
  • 19. Gehm, Franziska – Tränenengel, dtv
  • 20. Gerrits, Angela – Die Babysitterin, Thienemann
  • 21. Gfrerer, Gabriele – Störfaktor, Thienemann
  • 22. Glaser, Brigitte – Schreckschüsse, Sauerländer
  • 23. Gößling, Andreas – Opus, Das verbotene Buch, Boje
  • 24. Hammer, Agnes – Dorfbeben, script5
  • 25. Hellmann, Britta – Neun nackte Nachtigallen, Thienemann
  • 26. Herden, Antje – Herr Klopstock, Emma und ich, Oetinger
  • 27. Herrmann, Elisabeth – Lilienblut, ctb
  • 28. Holler, Renee – Das Orakel des Schamanen, Loewe
  • 29. Holler, Renee – Verbrecherjagd am Mount Everest, Loewe
  • 30. Ludwig, Sabine – Aufruhr im Schlaraffenland, Dressler
  • 31. Karr & Wehner – Feuerspiele, Verlag an der Ruhr
  • 32. Kettelhut, Silvia – Museumsmeute Berlin, Blaue Stunde auf der Pfaueninsel, Dix
  • 33. Kinskofer, Lotte – Schwarzer Schnee, dtv
  • 34. Kotte, Henner – Die Zähne vom schwarzen Gruhl, Lyschatz
  • 35. Krause, Ute – Osmsan, Der Dschinn in geheimer Mission, Oetinger
  • 36. Krauss, Irma – Glücksgift, cbt
  • 37. Kuhn, Krystyna – Das Tal, Das Spiel, Arena
  • 38. Kuschnarowa, Anna – Schattensommer, Beltz & Gelberg
  • 39. Lambeck, Silke – Die wilde Farm, Bloomsbury
  • 40. Lehel, Tom – team tom, Die Macht der Snuubbel, Baumhaus
  • 41. Lehel, Tom – team tom, Der geheimnisvolle Kelch von Jambolah, Baumhaus
  • 42. Löffler, Falko – Im Funkloch, dtv
  • 43. Nesch, Thorsten – Joy-Ride Ost, Rowohlt
  • 44. Neubauer, Annette – Sabotage auf dem Luftschiff, Loewe
  • 45. Nöstlinger, Christine – Pudding-Pauli deckt auf, Ueberreuter
  • 46. Poznanski, Ursula – Erebos, Loewe
  • 47. Reh, Russalka – Asphaltspringer, Oetinger
  • 48. Rieckhoff, Sibylle – Die coolen 5, Das dunkle Geheimnis des Käpten Agly, Arena
  • 49. Rose, Barbara – Ein Findeschwein für alle Fälle, Thienemann
  • 50. Schäfer, Carlo – Schattendasein, Verlag an der Ruhr
  • 51. Schäfer, Carlo – Verdachtsmomente, Verlag an der Ruhr
  • 52. Schindler, Nina – Spinnenfalle, ctb
  • 53. Schlieper, Birgit – Angstspiel, cbt
  • 54. Schmöe, Friederike – Versteckspiel, Verlag an der Ruhr
  • 55. Schubert, Ulli – Fehlpass, Rowohlt
  • 56. Sollfrank-Großmann, Rebecca – Ole und das Urnenmädchen, edition buntehunde
  • 57. Spang, Markus – Die Rätsel der Alhambra, dtv
  • 58. Stehle, Katrin – Kalte Augen, dtv
  • 59. Stern, Adriana – Und dann kam Sunny, Jacoby & Stuart
  • 60. Szillat, Antje – Alice im Netz, edition zweihorn
  • 61. Tielmann, Christian – Spürst du die Angst, Thienemann
  • 62. Thilo – 3 für alle Fälle, Mord in der Domstadt, Loewe
  • 63. Vollenbruch, Astrid, Die drei ??? Geisterbucht: Rashuras Schatz, Flammendes Wasser, Der brennende Kristall, Kosmos

Nicht in der Wertung, da bereits früher erschienen:
Feth, Monika – Teufelsengel, cbt (2009 erschienen und eingereicht)

Nicht in der Wertung, da Übersetzung:
Rose, Malcom – Sondereinsatz für die Mordkommission, Sauerländer (OA 2008, England)
Sunderland, Alan – Inspektor Oktavius und die Käseexplosion, ars edition (OA 2006, Australien)

Angekündigt für November/Dezember:
Gößling, Andreas – Opus, Die Bücherjäger, Boje Verlag
Kramp, Ralf – Dem Vulkanmagier auf der Spur, KBV